Wilder Kaiser

Stripsenkopf und Feldberg im Kaisergebierge

Stripsenkopf und Feldberg im Kaisergebierge

Stripsenkopf: 1807 m
Feldberg: 1813 m

Höhenmeter: 1100 m
Zeit: Aufstieg 2,5 Stunden, Abstieg 2 Stunden

Beste Zeit: Ende Mai bis Ende Oktober

Charakter: leicht

Ausrüstung: Einfache Bergausrüstung

Wer die hochalpine Umgebung des Kaisergebirges sucht und dennoch eine milde Variante wünscht, ist auf dieser Tour richtig aufgehoben. Stets umgeben vom Wilden und Zahmen Kaiser geht es erst auf den Stripsenkopf und das Stipsenjoch und dann nochmals im Auf und Ab auf den Feldberg. Gemütlich kann man sich ein ruhiges Plätzchen suchen und genüsslich die steilen Anstiege zur Predigtstuhl-Nordkante, der Fleischbank-Ostwand oder dem klassischen Führerweg aufs Totenkrichl betrachten.

Start mit Sicht auf den Wilden Kaiser

Start mit Sicht auf den Wilden Kaiser

Weiterlesen …

Bendediktenwand mit Gipfelkreuz

Brauneck und Benediktenwand über Achselköpfe

Brauneck und Benediktenwand

Brauneck: 1555 m
Benediktenwand: 1801 m

Talort: Parkplaz der Brauneckbahn in Lenggries 740 m

Höhenmeter bis Brauneck 815 m
Zeit: Aufstieg 2 Stunden, Abstieg 1 Stunde (Weg 451)

Höhenmeter über Brauneck zur Benediktenwand ca. 1800 m
Zeit: Aufstieg 4 Stunden (Weg 451), Abstieg 4-5 Stunden über Tutzinger Hütte (Weg 455), Rotöhrsattel (Weg 456), Probstenalm (Weg 466) und das Längental (Weg 469) über den Jägersteig zurück zur Brauneck Talstation.

Beste Zeit: Brauneck Mai – Oktober
Bendediktenwand Ende Juni – Oktober

Charakter: Brauneck leicht
Benediktenwand anspruchsvoll mit guter Kondition und Schwindelfreiheit

Ausrüstung: Während für den Aufstieg zum Brauneck nur eine leichte Bergausrüstung nötig ist (zumal der Abstieg durch eine Talfahrt umgangen werden kann), sollte für die Tour zur Benediktenwand die komplette Bergausrüstung, wie sie für eine lange Tagestour notwendig ist, dabei sein. Für lange und einsame Touren ist auch immer eine Taschenlampe empfehlenswert, für den Fall, dass man nicht rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit zurück ist.

Wir hatten Glück und sind bei strahlendem Sonnenschein linker Hand der Brauneck-Talstation auf der Forststraße unseren Weg bergauf gestartet. Der Weg ist von Beginn an sehr steil und die angeregten Gespräche weichen dem angestrengten Schnaufen und knirschenden Schritten auf steinigem Untergrund. Bis wir unsere ideale Laufgeschwindigkeit gefunden haben gehen wir im Takt des von der Nasenspitze tropfenden Schweißes schweigend bergauf. Nachdem wir die Reiseralm passiert haben wird der gut ausgebaute Forstweg schmäler und wir steigen weiter steil im Halbschatten des schönen Mischwaldes auf.

Blick auf die Brauneck-Bergstation beim Aufstieg

Blick auf die Brauneck-Bergstation beim Aufstieg

Im oberen Teil verlassen wir den Wald und queren dann in freiem Gelände die Skipisten, bis wir direkt an der Bergstation der Brauneckbahn ankommen. Von dort aus sind es noch 10 min. bis zum Gipfel mit schöner Aussicht ins Oberland. Für den, der hier am Ziel ist, ist die bewirtschafteten Brauneck Hütte ein schönes Plätzchen zum Einkehren und verweilen. Wem dort allerdings zu viel Trubel herrscht, was am Wochenende und schönem Wetter fast immer der Fall ist, der kann auch etwas abseits ein ruhigeres Plätzchen zum Einnehmen des mitgebrachten Vespers finden.

Für den, der noch genügend Schmalz in den Beinen hat, geht es dann für gut 3 Stunden Richtung Benediktenwand weiter auf einem Höhenweg. Bei guter Sicht eröffnet sich hier ein herrliches Bergpanorama und ein sensationeller Ausblick auf das mächtige Bergmassiv des Karwendelgebirges in Richtung Süden und über den Zwieselberg ins bayerische Voralpengebiet nach Norden.

Wir bewegen uns über den grasigen Kamm in Richtung Latschenkopf und passieren das Felsköpferl.

Felsköpferl mit Blick Richtung Brauneck

Felsköpferl mit Blick Richtung Brauneck

Im weiteren Verlauf haben wir rechter Hand den Kirchstein, dem wir einen Besuch abstatten können. Nach 45 Minuten am Latschenkopf angekommen, überblicken wir den weiteren Weg, der uns über die Achselköpfe zur Bendediktenwand führen wird.

Mit etwas Glück trifft man an ruhigen Tagen auf Steinböcke in unmittelbarer Nähe zum Weg, die sich von dem Wanderer, der sich ruhig verhält, kaum stören lassen. Sie sind wohl an deren Anblick gewöhnt. Es kann einem in solch einem Moment schon recht mulmig werden, die großen Tiere mit ihren mächtigen Hörnern mit nur wenigen Metern Abstand plötzlich vor sich zu haben.

Steinböcke direkt am Weg

Steinböcke direkt am Weg

Weiter entlang des Höhenwegs über die Achselköpfe hinweg, erreichen wir den Rotöhrsattel und bahnen uns unseren Weg in zunehmend schrofigem Gelände über Felspassagen mit leichter Kraxelei im Wechsel zu ausbreitenden Latschenkiefernbeständen, die wir passieren. Auch wenn hier Seilabsicherungen zu finden sind, ist der Fels doch recht speckig und vor allem bei Nässe und Schneeresten auch rutschig. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier zunehmend gefragt und während unser Blick zuvor schweifend die Aussicht genießen konnte, konzentrieren wir uns jetzt auf den zunehmend anspruchsvolleren Untergrund. Die felsigen Kletterpartien nehmen jetzt, je mehr wir uns dem Gipfel nähern, ständig an Intensität zu, auch Schneefelder sind hier bis in den Juni keine Seltenheit, da sich der Weg jetzt meist an der Nordflanke entlang schlängelt.

Vereister Steig kurz vor der Benediktenwand

Vereister Steig kurz vor der Benediktenwand

So gibt es leicht nasse Füße, für den, der seine Gamaschen vergessen hat. Nach einer weiteren stahlseilgesicherten Kraxelei sehen wir endlich das Gipfelkreuz und die vorgelagerte Biwakhütte in unmittelbarer Nähe vor uns. Die letzten Meter lustwandeln wir geradezu in leichtem Gelände und erreichen nach nunmehr 3 Stunden unser Ziel.

Bendediktenwand mit Gipfelkreuz

Bendediktenwand mit Gipfelkreuz

Bisher sind wir auf dem Höhenweg 451 gegangen, wollen aber zum Abstieg den Weg 455 über die bewirtschaftete Tutzinger Hütte nehmen. Der Abstieg führ uns zunächst entlang durch lichten Latschenkiefernbestand der später durch Nadelwald abgelöst wird. So erreichen wir nach 30 Minuten die Abzweigung zur Tutzinger Hütte, und Umrunden den Berghang über seine Westseite bis wir diese nach weiteren 30 Minuten erreicht haben. Falls wir gut in der Zeit sind, könne wir dort nochmals einkehren und unsere angestrengten Glieder in die Sonne strecken.

Weiter geht es über den Ostweg 456, entlang der steil emporragenden Felswände der Benediktenwand mit schönem Blick auf die gegenüberliegende Probstwand bis hinauf zum Rotöhrsattel.

Nordwand der Benediktenwand

Nordwand der Benediktenwand

Der Weg schlängelt sich auf gerölligen Pfaden ständig bergauf und bergab und jeder zusätzlich zu bewältigender Höhenmeter wird langsam aber sicher immer schwerer zu meistern. Bis weit in den Juni hinein breiten sich weite Schneefelder aus, die wir, der ausgetretenen Spur unserer Vorgänger folgend, queren.

Den Rotöhrsattel erreicht, könnten wir den zuvor gegangenen Weg zurück zum Brauneck wählen. Wir aber steigen jetzt über den Weg 466 in Richtung Probstalm steil bergab. Die in milder Nachmittagsonne gelegene Probstenalm gewährt uns eine letzten Blick auf das eindrucksvolle Massiv der Benediktennordwand, von der wir uns verabschieden. Entlang einer wild idyllischen Schlucht, die von einem rauschenden Bergbach mit kleinen Wasserfällen durchzogen ist, windet sich unser Weg entlang dem Bachbett, das wir mehrfach auf dem Weg ins Längental überqueren. Somit lassen wir auch die Probstenwand und den Kirchstein hinter uns, deren zur Rechten und Linken aufsteigende Felswände uns zuvor durch die Schlucht geleitet hatten.

Blick auf die Probstenwand

Blick auf die Probstenwand

Nachdem sich das Längental vor uns öffnet wird der Pfad zu einem wiesengesäumten Forstweg und wir gehen weiter in nur noch flach abfallendem Gelände Richtung Lenggries. Entlang des Weges passieren wir die Edelweiß- und Enzianhütte und nehmen nach kurzer Zeit die Abzweigung zur Brauneck Talstation über den Jägersteig. Leider zieht sich der Weg nahezu endlos dahin und jeder noch so kleiner Anstieg wird langsam zur Qual. So kommt es uns zumindest gefühlt vor, bis wir endlich nach 4-5 Stunden seit unseres Abstieges vom Gipfelkreuz der Benediktenwand, wieder am Parkplatz der Brauneck Talstation angekommen sind.

Resümee: Der Weg zum Brauneck ist sehr steil und viel begangen. Vor Allem auf dem Gipfel trifft man auf einen regelrechten Massenauflauf. Dennoch ist es eine schöne kurze Bergwanderung für alle die es mögen Höhenmeter zu „fressen“, da der gesamte Weg zum Gipfel durchweg sehr steil ist. Wer weiter auf die Benediktenwand wandert, sollte eine gute Kondition haben, da durch das ständige Auf- und Ab auf dem Höhenweg unerwartet viele Höhenmeter dazu kommen. Wir hatten richtig Glück und trafen auf der Wanderung weder am Brauneck, noch auf dem weiteren Weg über die Benediktenwand keinen einzigen Menschen, da wir früh in der Wandersaison und an einem Montag unterwegs waren, während noch dazu die Brauneck-Bahn Revision hatte und nicht in Betrieb war.