Nordatlantikvertrag artikel 1

Es ist wichtig zu beachten, dass der qualifizierte bewaffnete Angriff auf Kräfte erfolgen kann, die außerhalb des Territoriums ihres eigenen Staates stationiert sind, solange sie sich in dem in Artikel 6 genannten Gebiet befinden, wie im Fall der in Europa stationierten US-Streitkräfte. 155Siehe id. Artikel 6 legt zwar den geografischen Anwendungsbereich des bewaffneten Angriffs fest, der das Recht der NAK, sich auf Artikel 5 zu berufen, auslösen kann, beschränkt jedoch weder die der NATO-Operationen nach Artikel 5 noch die auf einer anderen Grundlage durchgeführten Operationen. Der Unterschied ist subtil, aber wichtig. Zum Beispiel würde ein bewaffneter Angriff auf US-Streitkräfte in Asien artikel 5 nicht auslösen, aber ein Angriff von Asien in die Vereinigten Staaten würde dies tun. Sollte die sende Situation eintreten, wären die NATO-Truppen nicht daran gehindert, den Angreifer außerhalb des euro-atlantischen Raums auf der Grundlage kollektiver Verteidigung zu engagieren. Während sich die Mitglieder des erfolgreichsten Militärbündnisses der Geschichte auf den 50. Jahrestag der NATO vorbereiten, werden sie mit einem bemerkenswerten Paradoxon konfrontiert. Einerseits hat die Atlantische Allianz das Ende des Kalten Krieges überstanden und sich zur führenden Sicherheitsorganisation in Europa entwickelt. Im Gegensatz zur EU, der OSZE und sogar den Vereinten Nationen wird die NATO heute von Mitgliedern und Nichtmitgliedern gleichermaßen als europas „Go-to“-Organisation angesehen, wenn die Androhung oder Anwendung von Gewalt als angemessen erachtet wird. Auf der anderen Seite wird der grundlegende Zweck der Allianz im neuen Europa bestritten.

Ihre Mitglieder – alte wie neue – sind sich noch nicht vollständig darüber einig, was eine militärische Organisation, die als Reaktion auf eine überwältigende militärische Bedrohung aus der Sowjetunion geboren und aufgewachsen ist, jetzt, da diese Bedrohung verschwunden ist, tun sollte. Nirgendwo wird dieser Zweckunterschied deutlicher als in der Frage, wann und wie die NATO Gewalt anwenden sollte. Insgesamt geht die NATO als einzige große Sicherheitsorganisation indas nächste Jahrhundert, die in der Lage ist, bedeutende militärische Gewalt in Europa auszuüben. Sie sollte dies nur zur Unterstützung der Bemühungen um eine Ausweitung der Sicherheit und Stabilität in der gesamten euro-atlantischen Region tun. Und die Allianz kann dies ohne Rückgriff auf außereuropäische Institutionen tun, solange Gewalt zur Unterstützung solider Ziele und Grundsätze eingesetzt wird, denen sich alle Staaten in Europa anschließen. Der Text von Artikel 5 legt seinen casus foederis – das Ereignis, das die Pflicht zur Hilfeleistung aktiviert – einen bewaffneten Angriff dar, der gegen ein Mitglied der Allianz „in Europa oder Nordamerika“ gestartet wird. 153 Nordatlantikvertrag, supra note 1, Art. 5. Artikel 6 erläutert den geografischen Anwendungsbereich: 1.

In der durch Artikel II des Protokolls zum Nordatlantikvertrag über den Beitritt Griechenlands und der Türkei geänderten Fassung. ein bewaffneter Angriff eines Staates auf einen amerikanischen Staat gilt als Angriff auf alle amerikanischen Staaten, und folglich verpflichtet sich jede der genannten Vertragsparteien, bei der Durchführung des in Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen anerkannten inhärenten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung bei der Durchführung des Angriffs behilflich zu sein. 57Id. Art. 3. Beispielsweise könnte eine robuste Reaktion der NATO auf einen bewaffneten Angriff auf einen der baltischen Staaten im Ost-West-Kontext wohl als weitgehend destabilisierend angesehen werden. Die Befürchtungen vor einer derart strengen Auslegung von Artikel 5, der eine Antwort auslässt, wären fehl am Platze. Erstens müsste jede NATO-Aktion zur Einhaltung des Verhältnismäßigkeitskriteriums der kollektiven Verteidigung auf die Zur Abwehr des bewaffneten Angriffs erforderliche Kraft beschränkt werden, wodurch das Risiko einer Destabilisierung oder Eskalation gemildert würde. Zweitens: Selbst wenn sich ein Staat auf diese hochlegalistische Auslegung stützen würde, um einen Einwand gegen die Anrufung von Artikel 5 zu rechtfertigen, würden alle anderen Alliierten weiterhin einzeln oder in Abstimmung mit anderen Staaten zur kollektiven Verteidigung des Opferstaates außerhalb der NATO-Kommandostruktur kommen dürfen. 202Siehe id.

Und ein Versäumnis, energisch auf eine bewaffnete Aggression gegen ein Mitglied der Allianz zu reagieren, wäre selbst destabilisierend, da es weitere Aggressionen fördern würde. Dies war schließlich eine der wichtigsten Lehren des Zweiten Weltkriegs.

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